Hennef hat ein Kanallänge von ca. 434km, davon 209 km für Schmutzwasser, 143 km für Regenwasser und 82 km für Mischwasser.Fremdwasser ist Wasser, das in einen Kanal gelangt in den es nicht gehört. Die größte Beachtung gilt "sauberem" Wasser, das in Kanäle für Schmutzwasser gelangt.
Dies geschieht zum Beispiel:
- bei undichten Kanälen, in die Regen- und Grundwasser eintreten kann.
- bei Falschanschlüssen, wenn z.B. Wasser von Dächern bzw. Regenrinnen in einen Kanal für Schmutzwasser geleitet wird. Unter Umständen macht das eigentlich saubere Wasser ein Vielfaches des verschmutzten Wassers aus.
Für das Abwassermanagement einer Stadt ist das ein Problem, weil:
- auch sauberes Wasser in die Kläranlage gelangt und dort unnötig Pumpen, etc. in Anspruch nimmt.
- "verdünntes" Wasser technisch schwieriger zu reinigen ist.
- im Extremfall, z.B. bei Starkregen, das ungewollte Mischwasser in der Menge nicht mehr verarbeitet werden kann und ungeklärt in die Flüsse geleitet werden muss.
Suche nach der Ursache
Kommt an der Kläranlage Fremdwasser in einem Kanal an, ist die Ursache aufgrund des weitverzweigten Kanalnetzes oft schwierig zu finden. Im Rahmen des Crowdwater-Projektes wird deswegen ein mobiles Messsystem angeschafft, mit dem die Suche vereinfacht bzw, beschleunigt werden kann. Das System wird temporär in der Nähe der Verzweigungen installiert und die Daten über LoRaWAN in das Leitsystem übergeben. Hat man sich in die Nähe der Ursache vorgearbeitet, kommt oft eine einfache aber wirkungsvolle Methode zum Einsatz: In den Kanal wird Rauch geblasen und beobachtet, ob dieser aus einer Regenrinne oder einem Straßenablauf austritt